Tipps zur Wohnungssuche

Sie nutzen das Internet zur Suche nach einer Mietwohnung. Das ist schon einmal gut, denn hier finden Sie eine Vielzahl an Angeboten mit Bildern und ausführlicher Beschreibung. Trotzdem kann es mühsam sein. Sie bekommen keinen Makler ans Telefon. Oder Sie schicken massenweise Anfragen los und nach einer Woche haben Sie noch keine oder nur sehr wenige Reaktionen erhalten. Ihnen kann geholfen werden...

Das Telefon ist im ersten Schritt falsch


Sie haben ein oder mehrere interessante Angebote im Internet gefunden, und wollen jetzt mit dem Makler sprechen. Wenn Sie die beim Angebot angegebene Nummer wählen, erhalten Sie lediglich eine Ansage, dass Sie den Anfragedialog beim Internet-Angebot ausfüllen sollen. Das hat einen guten Grund. In unseren Angeboten befinden sich regelmäßig Wohnungen, die besonders guten Anklang finden. Wenn wir zum Beispiel kurz vor Semesterbeginn eine preiswerte Wohnung ganz in der Nähe des Südcampus des KIT (der Karlsruher technischen Hochschule) anbieten, registriert der Anrufbeantworter am Tag bis zu einhundert Anrufe. Stellen Sie Sich vor, jeder Anrufer beansprucht nur drei Minuten. Wir müssten attraktive Wohnungen sofort aus dem Programm nehmen, denn bereits nach drei Tagen wären die Personalkosten wegen einer einzigen Wohnung höher als die zu erwartende Vermittlungsprovision.

Wenn der Anrufbeantworter mit der Ansage einmal ausgeschaltet ist, stellen wir fest, dass viele der Anrufer gar nicht wirklich ernsthaft interessiert sind. Bei jedem zweiten Gespräch muss zunächst aufwändig recherchiert werden, von welcher Wohnung der Anrufer spricht; oft weiß er nur einen ungefähren Mietpreis und wie viele Zimmer. Fast genauso oft kommt dann die Frage, ob die Wohnung noch verfügbar ist und es werden Details abgefragt, die bereits im Internet veröffentlicht wurden. Wenn dann noch die Frage gestellt wird, ob denn Provision anfällt, ist es nicht leicht, weiter höflich zu bleiben. Es gelingt zumeist trotzdem. Vielleicht ist es schwer zu glauben, aber in der Tat verlaufen die meisten Gespräche so wie gerade beschrieben. Um kostendeckend zu arbeiten, können wir einen Erstkontakt von Mietinteressenten per Telefon daher leider nicht unterstützen.

Lesen Sie die Texte im Online-Exposé aufmerksam durch


Bei den Texten im Online-Exposé handelt es sich nicht um leere Phrasen. Zumeist finden Sie dort sehr konzentrierte Informationen. Achten Sie daher auf solche Kleinigkeiten, wie der Satzanfang "Das innen liegende Badezimmer ist ausgestattet mit....". Leider erleben wir es oft, dass im Laufe einer Besichtigung plötzlich ein Einwand kommt wie "Ach, wenn ich gewusst hätte, dass es kein Fenster im Bad gibt". Der Interessent hätte das schon vor der Terminvereinbarung wissen, und sich möglicherweise die Mühe der Anfahrt und Besichtigung ersparen können.

Nehmen Sie Sich Zeit für den Anfragedialog


Es sind nicht nur so viele Anrufversuche, wenn wir attraktive Wohnungen anbieten. Auch die Anfragen per Internet können sehr zahlreich sein. Nun ist es so, dass die ernsthaft Interessierten sich tatsächlich die Mühe machen, und den Anfragedialog ausfüllen. Bei attraktiven Angeboten kommt es durchaus vor, dass in wenigen Tagen einhundert und mehr Anfragen für eine einzige Wohnung eingehen. Sie können Sich denken, dass es schwer möglich ist, so vielen Personen kurzfristig einen Besichtigungstermin anzubieten. Die Anfragen werden am Rechner verarbeitet und von Hand selektiert. Gleich aussortiert und nicht weiter bearbeitet werden Anfragen von Personen, die anonym bleiben wollen. Die Nummer eines Mobiltelefons und eine Email-Adresse genügt nicht. Es liegt die Vermutung sehr nahe, dass es an der Ernsthaftigkeit bei der Anfrage mangelt.

Auf die nächste Auswahlstufe haben Sie keinen Einfluss. Bei vielen Anfragen kommt den Wünschen des Vermieters eine hohe Bedeutung zu. So gibt es zum Beispiel häufig Angebote mit einer Vorgabe wie: nur Studenten und bitte wenn es geht männlich (oder weiblich). Auch diese Vorgabe kann meistens im Text des Exposé erkannt werden. Wenn etwas als Studentenwohnung oder Studentenzimmer deklariert ist, bedeutet das zumindest, dass Studenten bevorzugt werden. Und wenn da geschrieben steht "gesucht wird ein Student (m) aus gutem Hause...", muss man sich oft wundern, wie viele Anfragen von Frauen kommen. Umgekehrt ist es übrigens genauso. Kleiner Tipp für Mütter, die für ihren Sohn suchen: Es gibt immer auch ein Textfeld für Zusatzinformationen beim Anfragedialog. Schreiben Sie es hinein, sonst kann es passieren, dass die Anfrage eben in diesem Auswahlschritt fälschlicherweise aussortiert wird.

Geben Sie etwas mehr Informationen preis


Der dritte Auswahlschritt findet zum Zeitpunkt der Terminvergaben statt. Die Aufgabe ist dann, nach Möglichkeit mehrere Interessenten zu einem Termin einzuladen. Es werden wenn es geht zwei oder drei Interessenten zur selben Uhrzeit eingeladen, im Normalfall nicht mehr. Die nächsten dann (je nach Objekt) zehn oder fünfzehn Minuten später. Dies hat sich bewährt, da es sehr häufig noch kurz vor dem Termin zu Absagen kommt oder - noch häufiger - Interessenten ohne abzusagen einfach fern bleiben. Zumeist haben Sie vorher mit einem anderen Makler Wohnungen besichtigt und sind fündig geworden. Kommen alle zwei oder drei, so ist das gerade noch gut zu bewältigen. Nun zum Auswahlschritt selbst. Auch hier hat es sich bewährt, die mutmaßliche Ernsthaftigkeit zu beurteilen. Zuerst werden die Interessenten angerufen, die sich die Mühe gemacht haben, etwas über sich zu schreiben. Es gibt wie gesagt noch das Textfeld für Zusatzinformationen. Steht da zum Beispiel nur, "wir sind ein Pärchen mit Hund" und der Vermieter hat keine Vorbehalte wegen Haustieren, dann wird dieser Interessent bevorzugt bedient.

Achten Sie auf gute Erreichbarkeit


Die Terminvergaben finden oft zwei oder drei Tage vor dem Termin statt. Ein Tag vor dem Termin werden meist noch die ganz neu hinzu gekommenen Anfragen bearbeitet und ebenfalls zur Besichtigung eingeladen. Am Tag der Terminvergabe wird bis zu drei oder viermal versucht, einen Interessenten zu erreichen - nach Möglichkeit zu verschiedenen Tageszeiten. Die Terminabsprache per Telefon ist außerordentlich wichtig, da bei der Terminplanung eine direkte Rückmeldung erforderlich ist. Achten Sie daher bitte auf gute Erreichbarkeit und geben Sie ggf. auch die Telefonnummer eines Mobiltelefons an oder eine Nummer im Büro. Ein Hinweis, wann und wo erreichbar kann auch sinnvoll sein.

Bei der Besichtigung


Bitte bedenken Sie, dass nicht nur Sie etwas (eine Wohnung) beurteilen und vielleicht einen Vermieter, mit dem Sie klarkommen müssen. Auch der Vermieter wählt aus, wem er seine Wohnung anvertrauen will. Daher diese Empfehlungen. Achten Sie auf Pünktlichkeit. Niemand kann etwas für einen Stau auf der Autobahn oder etwas anderes unvorhergesehenes. Für diesen Fall wird Ihnen immer eine Mobilnummer mitgeteilt, um rechtzeitig Bescheid sagen zu können. Sie werden entschuldigt sein. Und - leider muss man es manchmal erwähnen: Achten Sie bitte auf Ihr Äußeres. Studenten und Auszubildende, die sich um eine Wohnung oder ein Zimmer bewerben, haben oft einen Vorteil, wenn eine Elternteil mitkommt. Aber nicht immer - Ich habe schon erlebt, dass ein sehr netter Studienanfänger von einer älteren Dame als Mieter abgelehnt wurde, weil dessen Vater (es war ein heißer Sommertag, zugegeben) im ärmellosen Unterhemd erschienen ist.